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Edition 2005
2. - 25. September 05

© Yves Leresche, Der Dacia: ein multifunktionales Auto, das (fast) alles kann…

Yves Leresche

Der Dacia: ein multifunktionales Auto, das (fast) alles kann…
Wer Rumänien besucht, wird früher oder später auf den Dacia stossen. Beim Dacia handelt es sich um die lokal adaptierte Version des alten Renault 12. Der Dacia lief, nachdem Frankreich eine Renault-Lizenz an Nicolae Ceaucescu verkauft hatte, erstmals 1969 vom Werkband der Firma Mioveni bei Pitesti. Bis zum heutigen Tag sind 2'300'000 Stück produziert worden.

Das Auto wird zu einem bescheidenen Preis verkauft (circa 4000 Euros) und ist deshalb unter allen Modellen, die es in Rumänien zu kaufen gibt, das erschwinglichste. Es kann auch von Personen, die alles andere als reich sind, erstanden werden. Obwohl mindestens 50% sämtlicher Immatrikulationen in Rumänien auf einen Dacia ausgestellt werden, wird die Produktion demnächst eingestellt.
Trotzdem: Der Dacia ist der Stolz der Rumänen. Jeder «glückliche» Besitzer wird Sie gerne und höchstpersönlich über seinen Dacia aufklären. Er wird beispielsweise sagen: Meiner stammt aus dem Jahr 1982, er hat 1310cm³ und braucht höchstens 8 Liter auf 100 Kilometer, er hat schon 167'000 Kilometer auf dem Zähler, ist immer noch top beieinander und schafft jede Strecke, aber wirklich jede – kein Wunder, bei diesen Strassenverhältnissen!

Den Dacia gibt es in verschiedenen Modellen und Varianten: als Limousine, als Kombi, als Geschäftstransporter oder als Pickup; er fühlt sich sowohl im Stadtverkehr als auch über Land wohl, man kann ihn spontan zum Picknickauto oder zum Taxi umfunktionieren. Technikverwöhnte Westler werden die Mundwinkel verächtlich nach unten ziehen und sagen, das Auto sei derart miserabel gebaut, dass jedes Modell ein Unikat sei, das von Panne zu Panne holpere. Diese Kostverächter machen ihre Rechnung aber ohne die «Besitzerwirte» der Dacias: Es kommt häufig vor, dass man sich untereinander organisiert und einem Daciafreund, der mit einem defekten Teil am Strassenrand steht, aus der Patsche respektive aus der Panne hilft.

Biografie
Yves Leresche, geboren 1962, arbeitet seit 1991 als freier Fotograf und lebt in Lausanne.

Fotografische Arbeiten/Publikationen
2000-2003 «Mélange social et consommation dans le canton de Vaud» et «vivre ensemble 03»
1999-2002 «La Ruée vers le saphir»
1998 «Centre islamique de Lausanne»
1994-2002 «Les Rroms de Roumanie». Publikation Rrom, Infolio und Benteli, 2002
1991-1993 «L'Europe des Mers»
1986-1991 «Gueules Nocturnes»

Ausstellungen (Auswahl)
2003 Rrom, Festival Biarritz
2002 Rrom, Musée de l’Elysée, Lausanne
2000 Supermarché, fotografische Recherche, Musée Arlaud, Lausanne
1998 Rrom, Galerie Falguière, Paris
1994 L’Europe des Mers, Hôtel de Ville, Lausanne
1991 Gueules Nocturnes, CH91, Freiburg

Preise und Auszeichungen
2003 Grosser Preis des Festivals Biarritz
2001 Waadtländer Preis für künstlerische Förderung und Kreation
1998 Preis Festival d'Honfleur
1997 World Press Photo 97, Amsterdam
1995 European Kodak Award 95 (Schweiz), Arles




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