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Edition 2005
2. - 25. September 05

© Jules Spinatsch, We will never be so close again

Jules Spinatsch

We will never be so close again
In New York, Zürich und Paris fuhr er mit dem Auto auf mehrspurigen Strassen von Ampel zu Ampel. In den wenigen Sekunden, in der die Fahrzeuge still standen, fotografierte er die Leute in den Autos neben ihm. Dabei beobachtete er mit der Kamera die Personen, ihr oft abwesender, auf etwas ausserhalb des Bildrahmens gerichteter Blick.

Der Rhythmus der Verkehrssignale schafft und beseitigt einmalige Begegnungen und Einblicke in viele, kleine, in der Stadt herumfahrende Wohnzimmer mit Gesichtern hinter getöntem Glas. Die kurze, von der Ampel aufgezwungene Pause im Auto wird zu einem intimen Moment im öffentlichen Raum.

Von Auto zu Auto entstanden Bilder flüchtiger, zufälliger und einsamer Begegnungen – von vornherein zeitlich determiniert nie wiederkehrend und nur schwer zu verlängern.

3 Serien:
1. New York 1997, 70/105 cm, C-Prints auf Alu
2. Paris 1998, 90/135 cm, C-Prints auf Alu
3. Zürich 1998, 40/60 cm, C-Prints auf Alu

Von der 2. zur 3. Serie findet ein radikaler Wechsel der Position des Fotografen statt. Während die New York- und die Paris-Serien aus der Position des leicht distanzierten Beobachtens aufgenommen sind, hat er die Autofahrer in Zürich bei Nacht mit Blitz und Teleobjektiv fotografiert. Die Position ist nun die des agressiven Paparazzi. Ziel des Wechsels ist die Thematisierung des Mediums, der Kamera.

Sleep (s/w DV-Film)
Kurze 6'40'' dauernde, stumme Sequenz verschiedener, gefilmter Ausschnitte aus s/w Fotografien von meist jungen Leuten, die tagsüber im Auto schlafen, aufgenommen in Paris und Montpellier nach grossen Techno- und Rave- Parties.

Biografie
1964 geboren in Davos, lebt in Zürich
1991-93 Soziologiestudium, Universität Zürich
1993-94 International Center of Photography ICP, New York, Documentary Photography Programme
seit 2004 unterrichtet an der ESBA, Ecole Supérieure des Beaux-Arts, pôle arts/media, Genf

Ausstellungen (Auswahl)
2005 «Snow Management 2005», Ausstellungsraum 25, Zurich
2004 «Temporary Discomfort III-V», VTO Gallery, London; Ausstellungsraum 25, Paris Photo, Paris; Swiss Art Awards, Messe Basel; Union Gallery, Plaza Sweet, London; «weisse wunder ware Schnee», Bündner Kunstmuseum, Chur; Merano arte SCAPES mit Andreas Gursky, Gabriela Basilico, Olivo Barbieri, Armin Linke
2003 Noorderlicht Photofestival, Groningen; «Temporary Discomfort I-V», Centre de la photographie, Genf; «Temporary Discomfort IV», Kunstraum Walcheturm, Zürich
2002 «Ikonen. Kunst und Kult», Coninx Museum, Zürich; «Schöne Aussicht-Bella Vista», Meran Arte, Meran; «Temporary Discomfort I-III», Coalmine Galerie Zürich-Winterthur; «Temporary Discomfort I-II», Galerie Luciano Fasciati, Chur
2001 «M-Family», Migros Museum, Zürich
2000 Ars Futura Galerie, Zürich (mit Peter Tillessen); Photography Now, Galerie, Berlin
1998 «We will never be so close again», Galerie Luciano Fasciati, Chur

Preise (Auswahl)
2005 erhielt den Buchpreis für Temporary Discomfort anlässlich der Rencontres internationales de la photographie in Arles
2004 International BMW Photography Prize, Paris Photo; Eidgenössischer Preis für bildende Kunst 2004; Kunstpreis Kanton Zürich
2003 Kunstpreis Kanton Zürich; Kunstpreis Kanton Graubünden
2002 Atelieraufenthalt in London, Landis + Gyr Kulturstiftung, Zug
1999 Förderpreis, Kanton Graubünden
1998 Atelieraufenthalt Kanton Graubünden, Cité des Arts, Paris

Publikationen (Auswahl)
2005 Temporary Discomfort, Lars Müller Publishers (Monographie); Next Level, Magazine 01/05 London, SNOW MANAGEMENT; Beaux-Arts Magazine, Paris, SNOW MANAGEMENT
2004 Swiss Art Awards 2004, Katalog
2003 Noorderlicht Photofestival, Groningen, Katalog; Schöne Aussicht-Bella Vista, Meran Arte, Meran
2001 M-Family-Book, Migros Museum Zürich, 53 Schweizer Künstler zeigen ihre Familie
2000 Brand New Animals/we will never be so close again, Lars Müller Publishers (Monographie)
1998 Werkgespräch mit Christoph Doswald. Galerie und Edition Luciano Fasciati, Chur (Monographie)





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