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Edition 2005
2. - 25. September 05

© Meinrad Schade, Heimatverlust

Meinrad Schade

Heimatverlust
Europa 1999-2004
Inguschetien – Grozny – Moskau – Ukraine – Fuerteventura – Schweiz – Mailand – Bradford

Kriegsflüchtling, Wirtschaftsflüchtling, Auswanderer, Migrant, Vertriebener, Asylant – die Wörtervielfalt entwirft nur ein grobes Abbild der möglichen Gründe, sein Zuhause zu verlassen. Wird hier und anderswo über die Echtheit von Flüchtlingen diskutiert, haben die betroffenen Menschen, bei aller Unterschiedlichkeit ihrer Schicksale, etwas gemeinsam: Sie alle haben ihre Heimat verloren und hoffen auf eine bessere Zukunft. Dieser Heimatverlust ist ein einschneidendes, meist traumatisches Erlebnis. Oft ziehen die Heimatlosen von einem Provisorium ins nächste.

Zur Behausung dienen Unterkünfte aller Art: Zelte, umfunktionierte Gefängnisse, Baracken, überfüllte Einzimmerwohnungen, ehemalige Militäranlagen, stillgelegte Fabriken. Diesen Unorten wird mit ungeheurer Energie ein Minimum an Heimatsphäre abgetrotzt. Jeder Winkel, jeder vorhandene Gegenstand muss entsprechend genutzt werden – das stille Gebet in der engen Wohnung, die Wäscheleine in der ehemaligen Zementfabrik, das Spielen mit einem ausgedienten Wasserschlauch zeugen davon. Dann immer wieder das Warten, das zum Nichtstun verdammt sein, die Hoffnung absitzen, bis auch sie sich in Ernüchterung umgewandelt hat. Viele dieser Unterkünfte sind bewusst karg gehalten, sollen auf keinen Fall zum Bleiben einladen. Denn die sie bewohnenden Menschen sind unerwünscht, sollen, wenn sie nun schon gekommen sind, baldmöglichst wieder gehen, finden höchstens als nackte Zahlen Eingang in Asylstatistiken.

Heimatlose zeugen von etwas: sei es von einem Krieg oder von Armut – also von einem Missstand, und wer will schon daran erinnert werden?

Biografie
1968 in Kreuzlingen geboren
1988-1996 Universität Zürich: Biologiestudium
1997-1999 GAF (Gruppe autodidaktischer FotografInnen), Zürich
1999-2000 Teilnahme am ersten Lehrgang Pressefotografie am Medienausbildungszentrum (MAZ), Luzern
2000-2002 Fotograf (100%-Pensum) beim St. Galler Tagblatt
seit 2002 Freischaffender Fotograf und Mitglied von Lookat Photos, Zürich

Publikationen in der Wochenendbeilage Zeitbilder der Neuen Zürcher Zeitung, NZZ am Sonntag, Weltwoche, Wochenzeitung, WOZ, Spiegel, Greenpeace Magazin, Focus, Courrier International

Ausstellungen/Langzeitprojekt
2005 «Gesichter der Migration in Europa», Forum für Dokumentarfotografie der CoalMine Fotogalerie in Winterthur
2001«über die Grenze», ein von der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) und der Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia initiiertes und unterstütztes Wanderausstellungsprojekt, PhotoforumPasquArt, Biel
seit 1999 Auseinandersetzung mit dem Themenkreis Migration

Stipendien
2003 Stipendium der Kulturstiftung des Kantons Thurgau für das Langzeitprojekt «Europa zwischen Festung und Fluchtburg»
2002 Stipendium der Christoph Eckenstein Stiftung für die Reportage: «Pressefreiheit in der Ukraine»
Publikationen
2003 Il lungo addio – Der lange Abschied, 138 Fotografien zur italienischen Emigration in die Schweiz nach 1945, herausgegeben von Dieter Bachmann,
Limmat Verlag, Zürich
2003 Facetten 2/3, Publikationsreihe der Kulturstiftung des Kantons Thurgau, Fotografie aktuell, Niggli Verlag AG, Sulgen/Zürich
2001 Frontiere a confronto/Über die Grenze, Fotoreportagen und Essays, herausgegeben von Pro Helvetia und DEZA, Rotpunktverlag, Zürich




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