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Edition 2005
2. - 25. September 05

© Georg Aerni, Insights

Georg Aerni

Insights
Aus der Luft zeigt sich Tokio als endloses Häusermeer, aus dem nur die Hochbauten der Geschäftszonen wie Inseln herausragen. Die Stadt gleicht einer zufälligen Ansammlung zahlreicher Gross- und Kleinstädte, welche durch Eisenbahnlinien miteinander verbunden sind. Die Bahnhöfe bilden deren Zentren. So hat Tokio im Vergleich zu westlichen Städten, die oft einen bestimmten Strassenraster oder städtebaulich wichtige Achsen und Plätze aufweisen, keine leicht erkennbare Ordnung. Eine freie Baugesetzgebung, kleine Parzellengrössen und ein radikaler, unsentimentaler Erneuerungswille führen zu einer baulichen Vielfalt, die ein homogenes Stadtbild verunmöglicht.

Die verheerenden Brandkatastrophen nach dem Erdbeben von 1923 und den Bombardierungen von 1945 sowie wirtschaftliche Profitoptimierung sind dafür verantwortlich, dass heute nur wenige Häuser über 60 Jahre alt sind. Deshalb wird die Geschichte Tokios nicht von Gebäuden, sondern von den noch vorhandenen Flüssen und Kanälen erzählt. Seit 1964 wird am Netz des «Tokyo Metropolitan Highway» gebaut. Diese Stadtautobahn ist wegen Raumknappheit als Hochbau auf Stützen mehrheitlich über die einstigen Wasserverkehrswege gelegt worden. Durch ihre Höhe und ihre Länge von 220 km ist sie räumlich omnipräsent.

Wie die Stadt in ihrer Struktur sind auch die Gebäude in ihrer äusseren Erscheinung – mit Ausnahme von neueren Hochhäusern – nicht auf Repräsentation ausgerichtet. Da sich das Hauptaugenmerk der BewohnerInnen auf das Hausinnere, das Private richtet, wird der Gestaltung der Gebäudehülle wenig Beachtung geschenkt. So richtet sich die Position und Grösse der Fensteröffnungen oft nach den inneren Bedürfnissen. An den Fassaden werden ganz pragmatisch auch Klimageräte, Rohre und Leitungen angebracht.

Biografie
1959 geboren in Winterthur
1986 Architekturdiplom ETH Zürich

Einzelausstellungen
2005 Kunsthalle, Winterthur
2004 Biennale del Immagine, Spazio Arcadia, Chiasso
2003 Coalmine Fotogalerie, Winterthur; Centrede la Photographie, Genève; Brotfabrik Galerie, Berlin; Museum im Bellpark, Kriens
2000 Musée suisse de l’appareil photographique, Vevey
1999 Espai Can Basté, Barcelona; Foto Forum, St. Gallen
1997 Architektur Forum, Zürich
1996 Musée Carnavalet, Paris

Preise/Stipendien
2004 Stadt Zürich
2001 Aargauer Kuratorium
1998 Stadt Barcelona (Forùm Can Basté)
1997 Aargauer Kuratorium
1994 Aargauer Kuratorium

Publikationen
Slopes & Houses, Eikon Sonderdruck #8, Österreichisches Institut für Fotografie, Wien, 2002
Panoramas parisiens, Editions Paris-Musées, Paris, 1996




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